Liebe Astrologen – wenn schon lügen, dann lügt doch wenigstens professioneller

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr schreiben bis Ende Dezember. Dann nämlich, wenn bewiesen ist, dass von dem ganzen Astroschrott nichts zu halten ist. Und erst recht wollte ich mich nicht mehr über diese ganze Astro-Quacksalberei auslassen.

Aber was ich dieser Tage wieder hören und lesen musste, lüpft mir einfach den Hut und schreit nach einem Kommentar. Da erhalten verschiedene Astrolügner in verschiedenen Medien die Gelegenheit, das momentane (angebliche) Massenpromisterben mit irgendwelchen Sternenkonstellationen zu begründen. Und was tun sie? Sie machen sich berechtigterweise lächerlich. Während einer dieser Dummschwätzer von Schicksal, karmischer Lehre und Venus verzapft, begründet ein anderer Sternlischwätzer das Ableben von Rodi, Kurt Felix, Donna Summer und Robin Gibb mit irgendeiner Uranus-Weissnichtwas-Konstellation!

Liebe Aszendentenspinner, wenn ihr schon solche Gelegenheiten habt, sprecht euch doch wenigstens untereinander ab und spinnt alle dieselbe Geschichte. Das würde mit wenig Aufwand eure Glaubwürdigkeit massiv erhöhen. So aber beweist ihr nur einmal mehr, dass alles nur dummes Geschwätz ist.

Immerhin, eine konkrete Aussage war dem Laferi auf Radio32 ja wenigstens zu entringen: Wir werden bis Ende dieses Jahres noch des öfteren den Tod von Promis zur Kenntnis nehmen müssen. Prima! Dann schlage ich vor, dass wir alle Astrologen sofort mindestens in den Promi-Status erheben.

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Geniessen wir unser letztes Jahr!

So, das letzte Jahr unserer Erde hat begonnen. Am 21.12.12 ist ja bekanntlich Weltuntergang. Wissen tun wir dies dank dem ominösen Maya-Kalender, der an diesem Tag endet.

Warum er dies aber gerade an diesem Tag tut, wissen wir nicht. Ging dem Maya-Kalenderschreiber auf der Steinplatte der Platz aus? Wurde er pensioniert und schrieb er deshalb nicht weiter? Vielleicht wurde der Maya-Kalenderschreiber auch ganz einfach wegen früheren falschen Prophezeiungen ermordet. Über die Gründe für das vermeintliche Ende der Welt tappen wir ebenso im Dunkeln wie Hellseher, Astrologen und andere Quacksalber beim Blick in die Zukunft.

Was? Sie finden, an dem ganzen Astro-Gefasel sei doch etwas dran und ihr tägliches Radio-Horoskop treffe meist voll auf Sie zu? Naja, über diesen Quatsch hab ich ja eigentlich schon vor gut 9 Jahren mal geschrieben. Da sich aber seither überhaupt nichts verändert hat ausser dem gestiegenen Minutentarif auf der Astro-Linie von Mike Shiva und Konsorten, widme ich mich halt nun nochmals diesem Thema.

Also, es gibt ja tatsächlich Leute, die an diesen Unsinn glauben. Bestärkt werden sie darin bei jeder unpassenden Gelegenheit, zum Beispiel wenn irgend ein Astro-Fuzzi wieder mal sein Gesülze zum Besten gibt. Das tönt dann etwa so: «Achten Sie auf Ihre Gesundheit. Auch ein wenig mehr Schlaf würde Ihnen nicht schaden.» Oder «Sie lieben zwar Gesellschaft, ab und zu geniessen Sie aber auch ruhige Momente.» Na, haben Sie erkannt, um welches Sternzeichen es hier wohl ging? Ja, genau! Um Ihres!

Was? Noch immer nicht gerafft, dass die grösste Kunst der Astrolügen… äääh, -logen die ist, für quasi jeden gültige Allgemeinplätze zum Besten zu geben und jeden glauben zu machen, es sei eine «ganz persönliche» Aussage. Sie gehören aber zu den ganz Hartnäckigen. Ok, sie wollten es so! Fahren wir also mal schwereres Geschütz auf.

Zum Jahresanfang war ja wieder jede Zeitung und vor allem jede Illustrierte voll mit Jahreshoroskopen und dergleichen. Es ist schon unglaublich, was in diesem Jahr alles passieren soll (schon mal abgesehen vom bereits erwähnten Weltuntergang). Jahr für Jahr und immer wieder gibt man den Astro-Laferis und Dunkelseher jede Menge Plattformen, um ihren Stuss los zu werden. Aber: Wer bitte kontrolliert am Ende des Jahres die Trefferquote? Keiner, und zur Belohnung darf dieselbe Nullnummer zum nächsten Jahresanfang wieder ran.

Deshalb hier einmal der ultimative Astrounlogie-Test: Zufällig ausgewählte Täterin ist eine unter dem Pseudonym «Madame Michelle» auftretende Aargauer Hellseherin. In der AZ vom 2. Januar 2011 verriet sie der AZ-Leserschaft, wie das Jahr 2011 werden würde. AZ_2.1.11MadameMichele

Welche Geheimnisse wurden uns da also serviert? Wir sind das glücklichste Land Europas! (Vielen Dank, darauf wäre ich selber nie gekommen!) Euro und Dollar werden weiter fallen.  (Toll, sie kann Trends erkennen!) Und Gold wird langfristig eine der besten Anlagen sein. (Das hab ich vor 30 Jahren schon gehört.) Viele Schweizer haben Angst um ihren Job. (Aha!)

Dann das Wetter: Ein Mix von allem, in seltensten Fällen mit Datumsangabe. Trefferquote 100 %! Das ist, als ob ich sagen würde: «Heute schneit es.» Irgendwo auf der Welt wird das heute sicher stimmen.

Wer bestimmt, was gut und was schlecht ist? War 2011 ein gutes Jahr für die Aargauer? Ja natürlich! Für die wenigsten ist ein ganzes Jahr schlecht.

Pech hatten diejenigen, die der Hellseherin glaubten. «Sauber-Fahrer Sergio Perez fährt 2011 mal aufs Podest.» Wer also vor dem letzten Formel1-Rennen der Saison auf den prophezeiten Podestplatz von Perez wettete, musste seine todsichere Investition teuer bezahlen.

Kurz und gut: Auch hier lauter Allgemeinplätze oder, falls doch mal konkret, Fehlvoraussagen. Aber wetten, dass Madame auch in diesem Jahr wieder ihren Quatsch verbreiten darf? Und wer bitteschön hat den Untergang der Costa Concordia vorausgesagt?

Das einzige, was wir also fürs 2012 wirklich zuverlässig wissen, ist der Weltuntergang am 21. Dezember. Aber auch hier hege ich meine Zweifel, behaupte sogar, dass wir auch diesen Tag problemlos überstehen werden. Schliesslich reiste Marty McFly  im Film «Zurück in die Zukunf» ins Jahr 2015!

Keine Angst also im 2012 – auch wenn Sie was anderes gelesen haben sollten. Unsere Welt hat noch mindestens 3 Jahre Gnadenfrist.

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Big Brother für Sammler

Es ist echt Hartmann: Sich tagelang in einen Container einsperren zu lassen und so manchen fetzigen Rocksong oder Lautenschlager über sich ergehen zu lassen, und das alles vor laufenden Kameras und bei offenen Mikrofonen… Nein, ich meine nicht Big Brother. Die Rede ist von «Jeder Rappen zählt» oder kurz JRZ.

Jeder Rappen zählt. Eine äusserst erfolgreiche Aktion ist derzeit wieder in aller Munde! Das geht soweit, dass sie in unserer föderalistischen Schweiz allenthalben kopiert oder zumindest nachgeahmt wird. Die Jobs-iÜnger missionieren mit «Jeder Apple zählt», die Walliser Kiffer skandieren «Jeder Rappaz zählt». Und im Tessin herrscht sowieso immer die Devise «Jeder Grappa zählt». Es jubelt dieser Tage auch die Polizei, die reihenweise besoffene Autofahrer aus dem Verkehr zieht, welche zu doof sind, sich von Nez rouge nach Hause chauffieren zu  lassen: «Jeder Lappen zählt!» Der grosse Unterschied all dieser Gruppierungen zu JRZ: Ihnen steht kein mediales Grossaufgebot zur Verfügung.

Für einen guten Zweck Geld zu sammeln ist ja an sich nichts Verwerfliches. Die Art und Weise, wie das bei JRZ passiert, geht mir aber gegen den Strich. Das Konglomerat aus DRS3 und SFzwei feuert wieder sieben Tage lang eine mediale Breitseite in Richtung unserer Portemonnaies mit dem Ziel, der Glückskette ein hübsches Sümmchen ins Kässeli zu spülen. Das Sammlungsmotto «Für Mütter in Not» in Ehren, aber heisst das nun, dass in den nächsten Jahren dann nacheinander Väter, Töchter, Söhne, Omis, Opas, Onkels, Tanten, Brüder, Schwestern, Gotten und Göttis in Not profitieren werden? Dann werden wir ja JRZ noch ein paar Mal über uns ergehen lassen müssen. Ok, immerhin ist für einmal die Allzweckwaffe Epiney nicht mit an Bord.

Trotzdem frage ich mich: Ist es richtig, dass unsere gebührenfinanzierten Sender diesen Aufwand betreiben, um eine Sammlung zu pushen, deren Ertrag mehrheitlich ins Ausland abfliessen wird? Gäbe es in unserem Land nicht genügend unterstützungswürdige Projekte, genügend Menschen (nicht nur Mütter) in Not, die gerade in dieser Zeit froh um einen finanziellen Zustupf wären und welche die Redewendung «jeder Rappen zählt» aus eigener Erfahrung leider nur zu gut kennen?

Abgesehen davon: Sehr originell ist die Sammelaktion ja nicht. Ich behaupte, dass jedes halbwegs vernünftige karitative Projekt, welches eine solche Medienpräsenz, um nicht zu sagen einen künstlichen Medienhype zur Verfügung gestellt bekommt, mindestens ähnliche Beträge sammeln würde. Was an JRZ so toll sein soll, dass es sogar einen Marketingpreis erhält, ist mir echt schleierhaft.

Ich bin überzeugt, dass andere karitative Organisationen darunter leiden, dass JRZ diese Gelder im grossen Stil abschöpft. Deshalb bin ich überzeugter Nicht-Spender für JRZ. Ich erlaube mir aber, hier und heute sowie in den folgenden Tagen noch mehrmals auf karitative Organisationen (vorwiegend ZEWO-zertifizierte) hinzuweisen, die meinen und vielleicht auch den Spendenfranken meiner Leser verdienen.

Den Anfang macht der Schweizerische Samariterbund. Auch die rund 30‘000 Mitglieder der Schweizer Samaritervereine sind Sammler. Sie sammeln in vielen Blutspendeaktionen rund die Hälfte des in der Schweiz verfügbaren Blutes. Und sie sammeln in regelmässigen Übungen Erfahrungen, um im Notfall professionell Erste Hilfe zu leisten. Auf 260 Schweizer EinwohnerInnen kommt ein derart gut ausgebildeter Samariter – irgendwie beruhigend zu wissen. Zudem geben die Samariter ihr Wissen auch an Kursbesucher weiter, die sich beispielsweise im Nothelferkurs oder in spezifischen Ersthelferkursen (Notfälle im Sport für Kleinkinder, bei Herznotfall usw.) ausbilden lassen. Auch die Samariter sind auf Spenden angewiesen. Und auch hier zählt jeder Rappen:

Schweizerischer Samariterbund, 4601 Olten, Postkonto 46-4110-0

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Vorsicht vor David von Felten

Ich gehöre zugegebenermassen nicht zu den fleissigsten Blog-Schreiberlingen. Es muss schon ein besonderer Anlass oder eine ganz gute Idee sein, die mich zum Bloggen animiert. Manchmal ist es aber auch die pure Aktualität. So in diesem Fall, bei dem ich mich gerne für eine gute Sache einsetze.

So gibt es seit einiger Zeit einen Blog, der sich einem jungen Mann widmet, welcher leider den Pfad der Tugend längst verlassen hat und sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen benützt er seine Kamera und das Internet als «Waffen» und führt Private und Firmen hinters Licht. Auch ich hatte einst das zweifelhafte Vergnügen, diesem Menschen zu begegnen. Ich bin froh, dass das schon ein Weilchen her ist, aber wenn ich so lese, wie viele Geschädigte auf ihn hereingefallen sind oder immer noch hereinfallen, wird mir angst und bange.

Deshalb einfach diese Warnung: Haltet euch fern von David von Felten! Und wer Details wissen will, kann sich gerne anstelle eines Psycho-Thrillers im 4uTV-Watchblog umsehen.

Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es kein gutes Ende für David von Felten geben wird. Nicht, dass ich ihm das wünschen würde, aber nach allem, was ich in den letzten Wochen und Monaten erfahren habe, wird er sich nicht ändern und einsichtig zeigen. Pech für ihn, denn am Ende setzt sich die Gerechtigkeit doch immer durch.

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Warum ich mich immer so über E-Mail-Warnungen «freue»

Ich finds ja toll, wenn jemand zu mir schaut, mich vor allem Unheil dieser Welt bewahren will… Eher skeptisch – um nicht zu sagen allergisch – bin ich bei irgendwelchen Warnungen vor explodierenden Handys, festplattenzerkauenden Viren, gegen die sogar Bill Gates machtlos sei, HIV-Nadeln in Kinositzen oder aber beim Aufruf zum Benzinboykott am Tag XY. 

 

Das Problem sind diese unsäglichen Meldungen, bei denen es immer heisst, man solle sie an "möglichst viele" oder an "deinen ganzen Bekanntenkreis" weiter schicken, um sie vor irgendetwas zu warnen. Wenn das steht, ist es das beste, genau das nicht zu tun, denn das Weiterschicken (nicht der Inhalt) ist die Krux an solchen Meldungen.

 

Ein Beispiel:

 

07:00 Du schickst eine Meldung an 50 Leute.

 

08:00 Eine Stunde später, schicken diese 50 Leute diese Meldung wieder weiter an je 50 Leute (=2500).

 

09:00 Nun schicken die 2500 Leute deine Meldung wieder an je 50 Leute in ihrem Bekanntenkreis (=125’000).

 

10:00 Spätestens jetzt erscheint die Meldung erstmals im Radio, da sicher mindestens ein dummer Radiomoderator ebenfalls drauf rein fällt. Gleichzeitig schicken die 125’000 die Meldung weiter an ihre 50 Bekannten (6’250’000).

 

11:00 Inzwischen weiss es die ganze Schweiz – und die 6’250’000 schicken die Meldung natürlich ebenfalls weiter. Dass es stimmt, was drin steht, wissen sie, denn sie haben ja auch schon im Radio davon gehört… Drum warnen sie ihre 50 Bekannten ebenfalls (wir sind schon bei 312’500’000 und erreichen also schon mehr Leute als alle Einwohner der USA).

 

12:00 Natürlich warnt nun auch der «seriöse CNN» und alle übrigen Sender vor der schlimmen Gefahr! Denn wenn so viele davon sprechen, muss es ja stimmen. Und sicher findet sich irgend ein Wissenschafter, der gerne in die Kamera plaudert, dass er "auch schon davon gehört habe" (kein Wunder…). Wenn das kein Beweis ist! Also schicken natürlich alle 312’500’000, die die Meldung schon haben, diese an ihre Bekannten weiter – bleiben wir mal dabei und nehmen an, sie hätten je 50 (juhui, wir sind auf 15’625’000’000).

 

So, innert eines halben Tages hast du also schon locker 2 1/2 Mal die Weltbevölkerung informiert!!! Da nun aber anzunehmen ist, dass nicht alle über E-Mail verfügen, verteilt sich die Meldung natürlich jeweils nicht nur auf "Neuinformierte". Mit jeder Stufe wächst die Gefahr, dass einer die Meldung ein zweites, drittes oder noch weitere Male erhält. Und ich mag gar nicht ausrechnen, wie oft ich diese eine Meldung aus meinem Postfach löschen müsste, wenn wir unser Beispiel noch eine Stunde weiter führen würden.

 

Weisst du jetzt, was ich meine?

 

Ein kleiner Gratistipp: Auf www.hoax-info.de machen sich ein paar Leute an der TU Berlin die Mühe, alle diese Meldungen zu sammeln und zu analysiere. Auch der "Wahrheitsgehalt" (ja, manchmal ist wirklich sogar ganz wenig Wahrheit drin) wird ermittelt. Die Hoax-Liste zeigt die ganze Vielfalt dieser Falschmeldungen. Darin zu stöbern ist echt interessant – aber bitte, bitte, bitte: NIE WEITERSCHICKEN!!!

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Glanz und Gloria

Ich geb es zu: «5gegen5» gehört zu meinen Lieblingssendungen im Schweizer Fernsehen. Nicht des Moderators wegen, sondern weil man so schön miträtseln kann. Und als Informations-Junkie gehört «Schweiz aktuell» natürlich zum täglichen Pflichtkonsum.
 
Soweit, sogut. Wäre da nicht zwischen diesen beiden Sendegefässen noch «Glanz und Gloria», dieses unsägliche Promimagazin, eine Mischung aus «was keiner schon immer wissen wollte», «sind auf dieser Welt eigentlich alle so meschugge?» und «wie dekadent gehts denn noch?». Gestern war wieder so ein Tag, an dem ich meinen Arsch zwischen meinen Lieblingssendungen nicht hochzuhieven vermochte und G&G über mich ergehen liess. Und dann kam es: Welcher Servela-Promi hat zu welcher Gelegenheit welches Kleid getragen – und bei welcher Gelegenheit dann gleich nochmals!!! Brrr!!! Skandal!!! Die fanden tatsächlich Leute, die den gleichen, teuren Fummel ZWEIMAL trugen! Unglaublich! Dann gabs sogar den Fall, dass jemand etwas trug, das eine andere zuvor schon getragen hatte. Iiiiiii! Und auch den Supergau entdeckten die aufmerksamen G&G-Redakteure: Zwei Frauen mit demselben Kleid an ein und demselben Anlass! Oh Gott!!!
 
Sorry, da fehlt mir einfach jedes Verständnis. Ich trage meine Sachen auch mehr als einmal (oder einfach: immer wieder, bis ich drausgewachsen bin…). Und zum Glück interessiert das keinen. Es ist mir auch so was von egal, wenn noch jemand im selben Raum Blue Jeans trägt. Und es geht mir, ganz ehrlich, ziemlich deutlich am A…llerwertesten vorbei, wenn ich was trage, was ein anderer im Migros oder Vögele auch gekauft und schon getragen hat. Wenn diese Promis schon meinen, ihre ganze Kohle sinnlos für irgendwelchen Designer-Fummel ausgeben zu müssen, dann sollen die das Zeugs auch tragen – meinetwegen auch ganzjährig und immer und immer wieder! Liebe Glanz-und-Glöggli-Frösch: Es interessiert mich einfach nicht.
 
Naja, vielleicht bin ich mit meiner Meinung ja auch ganz allein. Immerhin wird G&G ja offenbar tatsächlich geschaut. Vielleicht ergötzen sich wirklich einige daran, dass auch die sogenannt Reichen und angeblich Schönen dieser Welt auch ihre Probleme haben (und seien sie auch noch so lächerlich). Vielleicht passt es ja auch ganz gut ins eigene Weltbild, die Dekadenz der Reichen so hervorzuheben, wo es doch der Menschheit sonst so mies geht. Aber vielleicht liegt die gute Quote von «Glanz und Gloria» ja auch einfach nur am Sendeplatz – zwischen «5gegen5» und «Schweiz aktuell».  
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Wie Ferdi Stüdli die EM entschied

(Mit diesem Beitrag hab ich im Vorfeld der Euro08 – leider erfolglos – an einem Autorenwettbewerb teilgenommen.)

 

Fussballfan Ferdinand Stüdli hatte sich auf die Euro gefreut. Und nun stand er mit seinem Ballon-Verkaufsstand vor dem Stadion. Drinnen lief die Verlängerung des Euro-Finals. Schon vor dem Spiel hatte er gute Geschäfte gemacht. Der runde Ballon mit dem klassischen Lederball-Sujet war ein Renner. Und für nach dem Spiel hatte Ferdi bereits wieder rund ein Dutzend Ballons mit Gas befüllt, als zwei Polizisten nach seinem Gewerbeschein fragten. «Ihr Wagen ist in Ordnung, aber die Ballons müssen weg. Sie beanspruchen rund einen halben Quadratmeter mehr als die bewilligten sechs Quadratmeter.», beschied ihm der ältere der beiden Polizisten mit strengem Ton. «Beamtenpack», knurrte Ferdi, als die Ordnungshüter weg waren. Mit einer Schere durchschnitt er widerwillig die Schnüre der Ballons, die tanzend zum Himmel schwebten.

Im Stadion war die Spannung greifbar. Banquillo Tranetta setzte zum entscheidenden Penalty an, suchte Augenkontakt zum gegnerischen Goalie. Doch dieser fixierte just in dem Moment eine Ansammlung von Bällen, die hinter der Südtribüne emporschwebten. Selbst der Pfiff des Schiris holte ihn nicht zurück, Tranetta schob cool links unten ein und liess sich als Held feiern. Der wahre Held aber verkaufte noch 99 Ballons und ging unerkannt nach Hause.

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