Sackschwach, Kadetten Schaffhausen

Handball ist gemeinhin die geilste Sportart, die es gibt. Und deshalb schätze ich auch handball-tv.ch, wo man sich die Spiele der Schweizer Spitzenligen nochmals ansehen kann. Eine wirklich coole Sache, die da in den letzten Jahren aufgebaut wurde.
 
So setzte ich mich denn voller Vorfreude an den Compi, um zu sehen, wie das für viele unerwartete Remis des HSC Suhr Aarau beim Schweizer Handballkrösus Kadetten Schaffhausen zustande kam. Das Video ist schnell gefunden, ein Klick und schon gehts los.

Ok, die Übertragungen beginnen meist ein paar Minuten vor Spielstart, drum ist wohl noch nichts zu hören. «Bei Spielbeginn wird sicher auch Ton drauf sein», denke ich. Doch weit gefehlt. Zur Sicherheit kurz ein anderes Spiel angeklickt: Ton läuft, an meinem Compi kanns also nicht liegen. Zurück zum Spiel Kadetten – HSC: Totenstille! In der ganzen Aufzeichnung ist kein Mucks zu vernehmen!

Zum Erlebnis Handball gehört nun mal eine gewisse Geräuschkulisse. Ohne Ton wirkt das Ganze fast so öde wie ein Formel-E-Rennen, so ganz ohne Brummbrumm halt. Ziemlich enttäuscht hüpfe ich auf der Zeitachse nach hinten. Vielleicht haben sie es ja nach der Pause hingekriegt … Auch diese Hoffnung zerschlägt sich. Ich sehe gerade noch die Werbeeinblendung «Schrei uns zum Sieg», wird da aus dem Kadetten-Umfeld gefordert. Aber wozu eigentlich, wenn gar nichts zu hören ist?

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Schrei uns zum Sieg! Aber wozu? Es hörts ja keiner …   (Quelle: Screenshot handballtv.ch)

«Ok. Das wird heute nix mit einem wirklich interessanten Handball-Abend. Aber zumindest die Schlussphase schau ich mir an. Sogar ohne Ton, wenns denn sein muss. War ja dem Vernehmen nach richtig, richtig spannend.» Also wieder etwas nach hinten in der Zeitachse und die letzten paar Minuten gucken. Tatsächlich ist die Schlussphase hektisch. Spielstand 27:27 und noch gut eine Minute zu spielen. HSC im Ballbesitz. Halbe Minute noch und Freiwurf für den HSC. Die Schiris haben die Hand schon oben – nochmals Freiwurf. 10 Sekunden, 9 … ein Abschluss … aber der Ball wird vom Kadetten-Goalie an den Pfosten gelenkt. Noch 5 Sekunden und offenbar ein Timeout der Gastgeber. Auf wundersame Art und Weise erscheinen plötzlich wieder verbleibende 9 Sekunden in der eingeblendeten Matchuhr. Naja, wird wohl richtig sein …

Ich sage euch: So ein Timeout ohne Ton kann nervtötend lange sein! Aber schliesslich formieren sich die Spieler dann doch endlich, um die restlichen Sekunden zu spielen. Kadetten sind im Ballbesitz und haben noch 9 Sekunden für den Siegtreffer. Das Bild zeigt einen Grossteil der Spielfläche, aber da, wo die Post abgeht, also rund um den Torraum des HSC, bis dahin reicht der Kameraausschnitt nicht. Und das bleibt so bis zum Ende des Spiels. Der Kameramann hat doch glatt verpennt, sein Gerät etwas zu drehen, und so bleibt dem Zuschauer nebst der Geräuschkulisse des gesamten Matches auch die letztlich entscheidende Szene des Spiels vorenthalten! Ein Skandal!

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Irgendwo da ganz rechts wird grad ein Spiel entschieden.     (Quelle: Screenshot handballtv.ch)

Hey Leute, in noch nicht allzu ferner Vergangenheit sind ganze Spiele aufgrund von fragwürdigen Videos der letzten Spielsekunden am grünen Tisch annulliert worden! Und in Schaffhausen schafft man es, weder eine Aufzeichnung mit Ton hinzukriegen, noch die letzte Spielszene im Video festzuhalten! Mag sein, dass meine Kritik jetzt hier den/die Falschen trifft, aber; das ist nicht das, was ich von einem Klub, der in der Champions League auftritt, erwarte. Das ist biederste Provinz!

Ein kleiner Trost bleibt. Der HSC-Geschäftsführer hat glücklicherweise genau diese letzten Sekunden mit seinem Smartphone festgehalten – zu sehen auf der Facebook-Seite des HSC (https://goo.gl/1D1a8r). Einmal mehr zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann und wer da ist, wo die Musik spielt. Der HSC Suhr Aarau!

DIE HALLE IM RÜCKEN, DAS ZIEL VOR AUGEN & DEN HSC IM HERZEN! 

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Strassenverkehrsämter brauchen Nothilfe

Wer das Autobillet lösen will, braucht den Nothelferkurs. Seit 40 Jahren ist das so – und seither kam fast jede/r mindestens einmal mit elementarstem Wissen um Erste Hilfe in Berührung. Nicht nur in grauer Theorie, sondern mit handfesten Übungen, oft vermittelt von bestens ausgebildeten und mit grossem Einsatz arbeitenden Samaritern. Und vielleicht weiss nicht mehr jeder im Detail, was ABCD bedeutet, aber GABI wird den meisten noch einigermassen geläufig sein.
GABI

Die Kurspflicht soll nun aber fallen. Ausgerechnet die Strassenverkehrsämter wollen das Obligatorium des Nothelferkurses kippen. Die Begründung: Sinkende Unfallzahlen, und weil heute praktisch jeder ein Handy habe, könne er rasch professionelle Hilfe holen …

Prima, wenn ich also nun an eine Unfallstelle komme, muss ich mir nicht mehr die Hände schmutzig machen, werfe dem Verletzten lässig mein Handy zu und sage ihm, dass er sich Hilfe organisieren soll. Dass er dazu die Nummer 144 wählen soll, muss ich ja nicht mehr wissen, das war ja bisher Teil des Nothelferkurses, den es ja nun nicht mehr braucht. Und ich nehm mal an, mein verdrecktes, blutverschmiertes Handy wird mir dann vom Strassenverkehrsamt ersetzt. Etwa so habt ihr euch das doch vorgestellt, nicht wahr, ihr Heinis vom Strassenverkehrsamt?

Vielleicht sollte man jene, welche die Abschaffung des Kurs-Obligatoriums fordern, einfach mal ein paar Minuten verletzt liegen lassen. Und die Umstehenden können ja dann mit den mitgeführten Handys fleissig filmen, fotografieren und posten.

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Billag – die Logik des Service Public

Quelle: Billag – die Logik des Service Public

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Stefanie, ich bin stolz auf dich!

Sonntagabend, Konzert des Kinderchors mit unseren beiden Häxli. Wir filmen das Ganze und ich bin deshalb mit der Kamera in nächster Nähe, als eines der Chorkinder während eines Songs zusammenbricht. Das Mädchen wird sofort versorgt und aus der Kirche getragen, nach einem ganz kurzen Unterbruch geht das Konzert weiter. Die Aufregung ist den Kindern anzumerken, sie sind aufgewühlt. Das Konzert ist aber wunderschön.

Nach dem Konzert kommt meine Stefanie zu mir:
„Papi, hast du gefilmt, als das Mädchen gefallen ist?“
„Nein, ich habs gesehen, aber gefilmt hab ich es nicht.“
„Gut, Papi, sonst hättest du das jetzt rausschneiden müssen. Das hätte ihr sicher nicht gefallen, wenn alle Leute dann gesehen hätten, was passiert ist …“

Liebe Stefanie

Mit dieser Einstellung wirst du nie Karriere bei einem „Wittwenrüttler-Sender“ machen. Aber dein Papi ist unheimlich stolz auf dich! 

Nach dem Konzert haben wir auch erfahren, dass es dem Mädchen glücklicherweise bereits wieder viel besser geht. Wir wünschen weiter gute Besserung.

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Es ist höchste Zeit …

2016-06-10 00.44.49… sich einen Monat lang nicht über die gelochte Garderobe von Bundesrätinnen zu ereifern.

… einen Monat lang die globale Erwärmung und das Abschmelzen der Polkappen zu vergessen.

… einen Monat lang kein Problem mit der ach so «fürchterlichen» Flüchtlingsschwemme zu haben.

… einen Monat lang keines dieser unsäglichen Fotos von Anja Zeidler zu sehen.

… einen Monat lang nicht zu diskutieren, ob man mit 70 oder 75 zur Fahrtauglichkeitsprüfung muss.

… einen Monat lang den TV-Spot vom Bettwaren-Fischer in Au-Wädenswil mal nicht als DAS tägliche Fernseh-Highlight zu sehen.

… einen Monat lang die Schadenfreude über den Abstieg des FC Zürich zu vergessen.

… sich einen Monat lang nicht über das versiffte Wetter zu ärgern.

… einen Monat lang keine Technik-News zu lesen, in der latenten Angst, zu verpassen, wann das neuste iDings in die Läden kommt.

… sich einen Monat lang nicht zu überlegen, ob nun der gegerbte Donald oder die blasse Hillary das kleinere Übel für die Welt darstellt.

… einen ganzen Monat nicht kopfschüttelnd zur Kenntnis zu nehmen, was der Erdo in seinem Wahn wieder alles ersinnt.

… einen Monat lang die Kriegsschauplätze dieser Welt bestenfalls noch in den Kurzmeldungen zu entdecken.

… einen Monat lang nicht zu hören, welchen gequirlten Blödsinn sich gewisse Herren in Egerkingen wieder ausdenken.

… dass die Fussball-EM beginnt.

 

 

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Die älteste CEO der Schweiz

Rosa Bracher-Barelli* ist die zurzeit wohl fleissigste Kundin der Augenoptik-Kette Visilab. Und sie hat vor wenigen Tagen ein Start-up-Unternehmen gegründet. Beides wäre wohl kaum bemerkenswert, wäre da nicht das Alter der rüstigen Dame: Sie ist 106 Jahre alt!

Fast täglich nimmt Rosa Bracher den Weg von ihrem Seniorenheim in den Hauptbahnhof Zürich auf sich. Ein Weg, der sich für sie auszahlt, denn mit jeder Fahrt verdient sie Bares und das nicht einmal knapp. Bracher hat ein Geschäftsmodell entdeckt und mit Hilfe ihres Urenkels, der ihr auch die Website programmiert hat, ein Start-up-Unternehmen gegründet. Ihre Geschäftsidee: Billigst-Brillenfassungen.

Auf die Idee kam sie, als sie im Programm von SRF den Visilab-Spot mit Bernhard Russi und Lara Gut gesehen hatte. Da sie ohnehin eine neue Brille benötigte, stand sie tags Russi-Gutdarauf in besagter Visilab-Filiale und liess sich ihre neue Sehhilfe anfertigen. Und was sie sich zuhause durchgerechnet hatte, traf ein. Wie im TV-Spot versprochen, erhielt sie einen Rabatt in der Höhe ihres Alters, also 106 %. Das heisst, sie bezahlte nicht nur nichts, sie bekam gar noch Geld für ihren Kauf!

Die ehemalige Serviererin kam ins Grübeln. Daraus müsste sich doch etwas machen lassen. Sie erzählte die Geschichte ihrem Urenkel und dieser, ganz Geschäftsmann, half ihr beim Aufbau ihres eigenen kleinen Brillenfassungs-Handel. Inzwischen hat sie alle Mitbewohnerinnen und Mitbewohner ihres Seniorenheims mit Brillen ausgerüstet. Und natürlich hat auch ein grosser Teil des Personals schon profitiert. Das Angebot ist beliebt; verkauft Sie doch die bei Visilab geholten Fassungen für 20 % des angeschriebenen Preises. Frau Bracher streicht dabei nicht den ganzen Gewinn für sich ein. 30 % bekommt ihr Urenkel, 30 % legt sie sich für die Steuern zur Seite, 20 % gehen an die Spitex und die verbleibenden 45 % gehen in ihre eigene Kasse. Grosse Wünsche habe sie ja nicht, sagt die 106-Jährige. Nur im nächsten Winter, da wolle sie unbedingt mal an ein Ski-Weltcup-Rennen und Lara Gut sowie Bernhard Russi mal persönlich treffen.

Und Visilab? Die Augenoptik-Kette ist nicht eben begeistert von Frau Brachers privatem Brillenhandel. Aber versprochen ist versprochen, heisst es vom Hauptsitz zähneknirschend. Ende April sei sowieso Schluss, denn dann endet die Rabatt-Aktion. Rosa Bracher wirds verkraften, und sie fügt schmunzelnd an: «Vielleicht ist es dann doch Zeit, dass ich mich zur Ruhe setze …»

 

* Namen und die ganze Geschichte sind frei erfunden.

 

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Schönenwerd schafft Sommerzeit ab!

2016-03-31 18.09.53a

Die Uhr der Schönenwerder Stiftskirche differiert gegenüber der MESZ um 6 Minuten.

Seit der Umstellung der Uhren auf Sommerzeit zeigt die Turmuhr der Schönenwerder Stiftskirche eine – vermeintlich – falsche Uhrzeit an und hinkt der offiziellen MESZ um 6 Minuten hinten nach.

Nein, es handle sich hierbei nicht um eine Fehlfunktion, wie angenommen werden könnte, ist aus dem Gemeindehaus auf Anfrage zu erfahren. Die Uhr der Stiftskirche laufe nach der ab April 2016 im ganzen Dorfgebiet gültigen VBSZ, also der vernunftbasierten Schönenwerder Zeit. Dass die Umstellung bereits am vergangenen Ostersonntag und nicht erst jetzt erfolgt sei, habe rein finanzielle Gründe. So sei der Aufwand halbiert worden.

Abschaffung in Raten

Der VBSZ liege eine Initiative von privater Seite zugrunde, welche verlangte, die Umstellung auf Sommerzeit ganz abzuschaffen, da man auf verschiedensten Ebenen zur Erkenntnis gekommen sei, dass diese ausser zusätzlichem Aufwand nichts bringe. Man habe sich im Gemeinderat schliesslich zu einer Kompromisslösung durchgerungen und wolle nun die Sommerzeit in Raten, also in 12 Schritten à 6 Minuten, eliminieren. So könne sich die Bevölkerung nach und nach an den Unterschied der Schönenwerder Zeit gegenüber der europaweit geltenden MESZ gewöhnen. Ab 2025 werde man dann gänzlich auf die Sommerzeit verzichten.

Europa zieht (noch) nicht nach

Verschiedene Gemeinden aus dem In- und Ausland, die ebenfalls keinen wirklichen Nutzen in der Sommerzeit-Umstellung sehen, haben sich bereits für das Schönenwerder Modell interessiert. Mitgezogen ist jedoch noch keine. So gesehen ist Schönenwerd ab sofort eine Zeitinsel in Europa. Auch wenn die Zeiger der Turmuhr etwas anderes anzeigen, ist man in Schönenwerd aber nicht chronisch zu spät, sondern ganz einfach der Zeit voraus.

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