Geistesblitz

Was mir beim Autofahren halt so einfällt …

Voltaren

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«Blockbuster» statt Handball im SRF

Über die sehr merkwürdige Programmgestaltung des Schweizer Fernsehens in Zusammenhang mit gewissen Sportarten.

Kennt ihr den Blockbuster «Cowboys & Aliens»?

Nein? Kommt, das kann nicht sein! Muss ganz sicher ein echter Gassenhauer gewesen sein, als er in den Kinos lief. Wirklich! Na, kommt die Erinnerung jetzt zurück?

Ich kann euch trösten. Auch ich – zugegebenermassen nicht grad der Kinokenner schlechthin – hab von dieser cineastischen Sternstunde noch nie gehört. Aber für die Programmplaner des Schweizer Radio und Fernsehen SRF ist «Cowboys & Aliens» wichtiger als das Startspiel der Schweizer Handball-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft 2020 gegen Gastgeber Schweden!

Ja, ihr habt richtig gelesen. Die Schweizer Handball-Nati ist nach 14 Jahren endlich wieder einmal an einer EM-Endrunde dabei und spielt am 10. Januar 2020, 20.30 Uhr, in Göteborg gegen Schweden. Der Stellenwert des Handballsports bei SRF dokumentiert sich mit der Bevorzugung des Western-Science-Fiction-Mix auf SRF zwei. Und auch auf SRFinfo ist von Handball keine Spur. Das Spiel wird in den SRF-Livestream abgeschoben und wenigstens von TV24 mit dem Co-Kommentar von Ex-Nationalspieler Iwan Ursic übertragen.

Man stelle sich vor, ein Länderspiel der überbezahlten Petkovic-Bubis würde nicht mit viel Brimborium live mindestens auf SRFinfo gezeigt. Weisch was für es Gezeter?! Aber mit den Handballern kann man das ja machen.

Kaum auszudenken: irgendwo ein Länderspiel der Tschuttibubis am Arsch der Welt und kein Bundesrat auf der Tribüne? Wann war zum letzten Mal ein BR offiziell bei einem Handballspiel? War wohl noch der gute, alte Handballer Kurt Furgler … ☹ Oder vielleicht war bestenfalls mal im 2006 noch irgendeiner zum Handball verdonnert worden. Ich weiss es nicht mehr.

Handball Euro Special 2020

Andy Schmid, der Roger Federer des Handballs, ziert die Titelseite der Euro-Spezialausgabe von Handballworld

Dazu passt: Bei den Sports Awards vom kommenden Sonntag gehört Andy Schmid, der mit Abstand beste Teamsportler, in der eigens neu geschaffenen Kategorie «Most Valuable Player» noch nicht mal zu den Nominierten! Dabei hatte der «Roger Federer des Handballs» einen massgeblichen Anteil an der «Endlich-mal-wieder-Qualifikation» der Schweizer Handballer für eine Endrunde. Die Nicht-Nomination Schmids erachtet die Vereinigung Basellandschaftlicher Sportjournalisten VBLSJ «schlicht als Skandal» und sie äussert «grösste Zweifel an der Fachkompetenz des Gremiums, welches die entsprechende Vorauswahl getroffen hat». Die Boykott-Erklärung des VBLSJ ist nachvollziehbar. Auch ich werde die Spott Awards boykottieren. Ich will nicht miterleben, wie allenfalls Fussball-Chancentod Seferovic als angeblicher MVP ausgezeichnet wird.

Bis zum Start der Euro 2020 dauert es keinen Monat mehr. Ginge es um Fussball, wären die Geschäfte längst mit Fanartikeln aller Herren Länder gefüllt, die Briefkästen mit Spielplänen, an den Fassaden der Restaurants würde auf die Public Viewings in der Gartenwirtschaft oder im grossen Saal hingewiesen. Die ersten Fans würden bereits mit Fahnen auf dem Auto und Rückspiegeln in Landesfarben rumkurven. Und selbstverständlich wäre Gross und Klein schon längst im Panini-Sammelfieber. Im Vorfeld der Handball-Europameisterschaft auch diesbezüglich leider Fehlanzeige.

Einen kleinen Lichtblick gibts immerhin: Das Schweizer Handball-Magazin Handballworld liefert mit dem «Euro Special 2020» einen breiten, gut recherchierten und abwechslungsreichen Überblick. Perfekt, um sich auf das bevorstehende Grossereignis einzustimmen. Im Gegensatz zum SRF und vielen anderen weiss Handballworld die Leistungen der Schweizer Handballer besser einzuschätzen.

Bevor ich es vergesse: Hopp Schwiiz!!!

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Phil Collins ist schuld! ;-)

Ich hab eine Vermutung, weshalb es in den letzten Wochen immer wieder regnete. Bestimmt ist Phil Collins fleissig am Üben für sein Konzert am 18. Juni im Stadion Letzigrund in Zürich. Und dabei wird er sicher auch den an sich wunderbaren Song «I Wish It Would Rain Down» immer mal wieder proben.
Bei aller Liebe zu Phil Collins und seinen Songs … es reicht, wenn er diesen Hit aus dem Jahr 1989 erst im Letzigrund wieder öffentlich vorträgt. Aber dort will ich ihn dann natürlich schon vom Meister höchstpersönlich hören! 😀

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Das viel zu kurze Telefongespräch

Telefon klingelt, ich melde mich:

„Ja?“
Frauenstimme aus dem grossen Kanton: „Grützi, wir sind von der Marktforschung und machen eine Umfrage mit dem Ziel, die Krankenkassenprämien zu senken.“
„Von welcher Marktforschung sind Sie?“
„Und zwar, auf einer Skala von 1 bis 10: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Krankenkasse?“
„23“
„Bitte?“
„Drei – und – zwanzig“
„Wie viele Personen leben denn in Ihrem Haushalt?“
„Hmm … Moment … dreihundertneun“
Tuut tuut tuut …

Schade eigentlich. Ich hätte ihr so gerne noch gesagt, dass der Grund für den Anstieg der Krankenkassenprämien in den letzten Jahren meiner Meinung nach „Klebstreifen mit Blumenmuster“ ist …

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Teenie beim Versuch der #HarryWhaleChallenge durch Stromschlag im Badezimmer getötet

Styles

Quelle: twitter.com/hazzpink

Ice Bucket Challenge, Mannequin Challenge, Invisible Box Challenge … was sind in den letzten Monaten nicht schon alles verrückte Herausforderungen auf uns eingeprasselt. Eine weitere gehypte verrückte Aufgabe ist nun offenbar die #HarryWhaleChallenge, bei der es darum geht, den Musiker Harry Styles zu imitieren und nach dem Schlussakkord seines Songs Kiwi wie ein Wal Wasser in die Luft zu blasen. Hunderte Teenies haben die Herausforderung schon angenommen, wie allein ein kurzer Check des Hashtags #HarryWhaleChallenge auf Twitter zeigt.

Für die 14-jährige Lisa W. aus A. endete der Versuch jedoch tragisch. Sie stellte sich so unglücklich unter die Lampe in ihrem Badezimmer, dass sie beim Wasserspritzen von einem Stromschlag getroffen und tödlich verletzt wurde.

Der ganze letzte Abschnitt ist zwar frei erfunden und ein Aprilscherz, aber bis hierhin liest ja eh keiner mehr. Falls doch, darf er gerne als Warnung vor allzu blindem Eifer für irgendwelche Challenges verstanden werden.

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Sackschwach, Kadetten Schaffhausen

Handball ist gemeinhin die geilste Sportart, die es gibt. Und deshalb schätze ich auch handball-tv.ch, wo man sich die Spiele der Schweizer Spitzenligen nochmals ansehen kann. Eine wirklich coole Sache, die da in den letzten Jahren aufgebaut wurde.
 
So setzte ich mich denn voller Vorfreude an den Compi, um zu sehen, wie das für viele unerwartete Remis des HSC Suhr Aarau beim Schweizer Handballkrösus Kadetten Schaffhausen zustande kam. Das Video ist schnell gefunden, ein Klick und schon gehts los.

Ok, die Übertragungen beginnen meist ein paar Minuten vor Spielstart, drum ist wohl noch nichts zu hören. «Bei Spielbeginn wird sicher auch Ton drauf sein», denke ich. Doch weit gefehlt. Zur Sicherheit kurz ein anderes Spiel angeklickt: Ton läuft, an meinem Compi kanns also nicht liegen. Zurück zum Spiel Kadetten – HSC: Totenstille! In der ganzen Aufzeichnung ist kein Mucks zu vernehmen!

Zum Erlebnis Handball gehört nun mal eine gewisse Geräuschkulisse. Ohne Ton wirkt das Ganze fast so öde wie ein Formel-E-Rennen, so ganz ohne Brummbrumm halt. Ziemlich enttäuscht hüpfe ich auf der Zeitachse nach hinten. Vielleicht haben sie es ja nach der Pause hingekriegt … Auch diese Hoffnung zerschlägt sich. Ich sehe gerade noch die Werbeeinblendung «Schrei uns zum Sieg», wird da aus dem Kadetten-Umfeld gefordert. Aber wozu eigentlich, wenn gar nichts zu hören ist?

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Schrei uns zum Sieg! Aber wozu? Es hörts ja keiner …   (Quelle: Screenshot handballtv.ch)

«Ok. Das wird heute nix mit einem wirklich interessanten Handball-Abend. Aber zumindest die Schlussphase schau ich mir an. Sogar ohne Ton, wenns denn sein muss. War ja dem Vernehmen nach richtig, richtig spannend.» Also wieder etwas nach hinten in der Zeitachse und die letzten paar Minuten gucken. Tatsächlich ist die Schlussphase hektisch. Spielstand 27:27 und noch gut eine Minute zu spielen. HSC im Ballbesitz. Halbe Minute noch und Freiwurf für den HSC. Die Schiris haben die Hand schon oben – nochmals Freiwurf. 10 Sekunden, 9 … ein Abschluss … aber der Ball wird vom Kadetten-Goalie an den Pfosten gelenkt. Noch 5 Sekunden und offenbar ein Timeout der Gastgeber. Auf wundersame Art und Weise erscheinen plötzlich wieder verbleibende 9 Sekunden in der eingeblendeten Matchuhr. Naja, wird wohl richtig sein …

Ich sage euch: So ein Timeout ohne Ton kann nervtötend lange sein! Aber schliesslich formieren sich die Spieler dann doch endlich, um die restlichen Sekunden zu spielen. Kadetten sind im Ballbesitz und haben noch 9 Sekunden für den Siegtreffer. Das Bild zeigt einen Grossteil der Spielfläche, aber da, wo die Post abgeht, also rund um den Torraum des HSC, bis dahin reicht der Kameraausschnitt nicht. Und das bleibt so bis zum Ende des Spiels. Der Kameramann hat doch glatt verpennt, sein Gerät etwas zu drehen, und so bleibt dem Zuschauer nebst der Geräuschkulisse des gesamten Matches auch die letztlich entscheidende Szene des Spiels vorenthalten! Ein Skandal!

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Irgendwo da ganz rechts wird grad ein Spiel entschieden.     (Quelle: Screenshot handballtv.ch)

Hey Leute, in noch nicht allzu ferner Vergangenheit sind ganze Spiele aufgrund von fragwürdigen Videos der letzten Spielsekunden am grünen Tisch annulliert worden! Und in Schaffhausen schafft man es, weder eine Aufzeichnung mit Ton hinzukriegen, noch die letzte Spielszene im Video festzuhalten! Mag sein, dass meine Kritik jetzt hier den/die Falschen trifft, aber; das ist nicht das, was ich von einem Klub, der in der Champions League auftritt, erwarte. Das ist biederste Provinz!

Ein kleiner Trost bleibt. Der HSC-Geschäftsführer hat glücklicherweise genau diese letzten Sekunden mit seinem Smartphone festgehalten – zu sehen auf der Facebook-Seite des HSC (https://goo.gl/1D1a8r). Einmal mehr zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann und wer da ist, wo die Musik spielt. Der HSC Suhr Aarau!

DIE HALLE IM RÜCKEN, DAS ZIEL VOR AUGEN & DEN HSC IM HERZEN! 

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Strassenverkehrsämter brauchen Nothilfe

Wer das Autobillet lösen will, braucht den Nothelferkurs. Seit 40 Jahren ist das so – und seither kam fast jede/r mindestens einmal mit elementarstem Wissen um Erste Hilfe in Berührung. Nicht nur in grauer Theorie, sondern mit handfesten Übungen, oft vermittelt von bestens ausgebildeten und mit grossem Einsatz arbeitenden Samaritern. Und vielleicht weiss nicht mehr jeder im Detail, was ABCD bedeutet, aber GABI wird den meisten noch einigermassen geläufig sein.
GABI

Die Kurspflicht soll nun aber fallen. Ausgerechnet die Strassenverkehrsämter wollen das Obligatorium des Nothelferkurses kippen. Die Begründung: Sinkende Unfallzahlen, und weil heute praktisch jeder ein Handy habe, könne er rasch professionelle Hilfe holen …

Prima, wenn ich also nun an eine Unfallstelle komme, muss ich mir nicht mehr die Hände schmutzig machen, werfe dem Verletzten lässig mein Handy zu und sage ihm, dass er sich Hilfe organisieren soll. Dass er dazu die Nummer 144 wählen soll, muss ich ja nicht mehr wissen, das war ja bisher Teil des Nothelferkurses, den es ja nun nicht mehr braucht. Und ich nehm mal an, mein verdrecktes, blutverschmiertes Handy wird mir dann vom Strassenverkehrsamt ersetzt. Etwa so habt ihr euch das doch vorgestellt, nicht wahr, ihr Heinis vom Strassenverkehrsamt?

Vielleicht sollte man jene, welche die Abschaffung des Kurs-Obligatoriums fordern, einfach mal ein paar Minuten verletzt liegen lassen. Und die Umstehenden können ja dann mit den mitgeführten Handys fleissig filmen, fotografieren und posten.

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