Es ist höchste Zeit …

2016-06-10 00.44.49… sich einen Monat lang nicht über die gelochte Garderobe von Bundesrätinnen zu ereifern.

… einen Monat lang die globale Erwärmung und das Abschmelzen der Polkappen zu vergessen.

… einen Monat lang kein Problem mit der ach so «fürchterlichen» Flüchtlingsschwemme zu haben.

… einen Monat lang keines dieser unsäglichen Fotos von Anja Zeidler zu sehen.

… einen Monat lang nicht zu diskutieren, ob man mit 70 oder 75 zur Fahrtauglichkeitsprüfung muss.

… einen Monat lang den TV-Spot vom Bettwaren-Fischer in Au-Wädenswil mal nicht als DAS tägliche Fernseh-Highlight zu sehen.

… einen Monat lang die Schadenfreude über den Abstieg des FC Zürich zu vergessen.

… sich einen Monat lang nicht über das versiffte Wetter zu ärgern.

… einen Monat lang keine Technik-News zu lesen, in der latenten Angst, zu verpassen, wann das neuste iDings in die Läden kommt.

… sich einen Monat lang nicht zu überlegen, ob nun der gegerbte Donald oder die blasse Hillary das kleinere Übel für die Welt darstellt.

… einen ganzen Monat nicht kopfschüttelnd zur Kenntnis zu nehmen, was der Erdo in seinem Wahn wieder alles ersinnt.

… einen Monat lang die Kriegsschauplätze dieser Welt bestenfalls noch in den Kurzmeldungen zu entdecken.

… einen Monat lang nicht zu hören, welchen gequirlten Blödsinn sich gewisse Herren in Egerkingen wieder ausdenken.

… dass die Fussball-EM beginnt.

 

 

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Die älteste CEO der Schweiz

Rosa Bracher-Barelli* ist die zurzeit wohl fleissigste Kundin der Augenoptik-Kette Visilab. Und sie hat vor wenigen Tagen ein Start-up-Unternehmen gegründet. Beides wäre wohl kaum bemerkenswert, wäre da nicht das Alter der rüstigen Dame: Sie ist 106 Jahre alt!

Fast täglich nimmt Rosa Bracher den Weg von ihrem Seniorenheim in den Hauptbahnhof Zürich auf sich. Ein Weg, der sich für sie auszahlt, denn mit jeder Fahrt verdient sie Bares und das nicht einmal knapp. Bracher hat ein Geschäftsmodell entdeckt und mit Hilfe ihres Urenkels, der ihr auch die Website programmiert hat, ein Start-up-Unternehmen gegründet. Ihre Geschäftsidee: Billigst-Brillenfassungen.

Auf die Idee kam sie, als sie im Programm von SRF den Visilab-Spot mit Bernhard Russi und Lara Gut gesehen hatte. Da sie ohnehin eine neue Brille benötigte, stand sie tags Russi-Gutdarauf in besagter Visilab-Filiale und liess sich ihre neue Sehhilfe anfertigen. Und was sie sich zuhause durchgerechnet hatte, traf ein. Wie im TV-Spot versprochen, erhielt sie einen Rabatt in der Höhe ihres Alters, also 106 %. Das heisst, sie bezahlte nicht nur nichts, sie bekam gar noch Geld für ihren Kauf!

Die ehemalige Serviererin kam ins Grübeln. Daraus müsste sich doch etwas machen lassen. Sie erzählte die Geschichte ihrem Urenkel und dieser, ganz Geschäftsmann, half ihr beim Aufbau ihres eigenen kleinen Brillenfassungs-Handel. Inzwischen hat sie alle Mitbewohnerinnen und Mitbewohner ihres Seniorenheims mit Brillen ausgerüstet. Und natürlich hat auch ein grosser Teil des Personals schon profitiert. Das Angebot ist beliebt; verkauft Sie doch die bei Visilab geholten Fassungen für 20 % des angeschriebenen Preises. Frau Bracher streicht dabei nicht den ganzen Gewinn für sich ein. 30 % bekommt ihr Urenkel, 30 % legt sie sich für die Steuern zur Seite, 20 % gehen an die Spitex und die verbleibenden 45 % gehen in ihre eigene Kasse. Grosse Wünsche habe sie ja nicht, sagt die 106-Jährige. Nur im nächsten Winter, da wolle sie unbedingt mal an ein Ski-Weltcup-Rennen und Lara Gut sowie Bernhard Russi mal persönlich treffen.

Und Visilab? Die Augenoptik-Kette ist nicht eben begeistert von Frau Brachers privatem Brillenhandel. Aber versprochen ist versprochen, heisst es vom Hauptsitz zähneknirschend. Ende April sei sowieso Schluss, denn dann endet die Rabatt-Aktion. Rosa Bracher wirds verkraften, und sie fügt schmunzelnd an: «Vielleicht ist es dann doch Zeit, dass ich mich zur Ruhe setze …»

 

* Namen und die ganze Geschichte sind frei erfunden.

 

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Schönenwerd schafft Sommerzeit ab!

2016-03-31 18.09.53a

Die Uhr der Schönenwerder Stiftskirche differiert gegenüber der MESZ um 6 Minuten.

Seit der Umstellung der Uhren auf Sommerzeit zeigt die Turmuhr der Schönenwerder Stiftskirche eine – vermeintlich – falsche Uhrzeit an und hinkt der offiziellen MESZ um 6 Minuten hinten nach.

Nein, es handle sich hierbei nicht um eine Fehlfunktion, wie angenommen werden könnte, ist aus dem Gemeindehaus auf Anfrage zu erfahren. Die Uhr der Stiftskirche laufe nach der ab April 2016 im ganzen Dorfgebiet gültigen VBSZ, also der vernunftbasierten Schönenwerder Zeit. Dass die Umstellung bereits am vergangenen Ostersonntag und nicht erst jetzt erfolgt sei, habe rein finanzielle Gründe. So sei der Aufwand halbiert worden.

Abschaffung in Raten

Der VBSZ liege eine Initiative von privater Seite zugrunde, welche verlangte, die Umstellung auf Sommerzeit ganz abzuschaffen, da man auf verschiedensten Ebenen zur Erkenntnis gekommen sei, dass diese ausser zusätzlichem Aufwand nichts bringe. Man habe sich im Gemeinderat schliesslich zu einer Kompromisslösung durchgerungen und wolle nun die Sommerzeit in Raten, also in 12 Schritten à 6 Minuten, eliminieren. So könne sich die Bevölkerung nach und nach an den Unterschied der Schönenwerder Zeit gegenüber der europaweit geltenden MESZ gewöhnen. Ab 2025 werde man dann gänzlich auf die Sommerzeit verzichten.

Europa zieht (noch) nicht nach

Verschiedene Gemeinden aus dem In- und Ausland, die ebenfalls keinen wirklichen Nutzen in der Sommerzeit-Umstellung sehen, haben sich bereits für das Schönenwerder Modell interessiert. Mitgezogen ist jedoch noch keine. So gesehen ist Schönenwerd ab sofort eine Zeitinsel in Europa. Auch wenn die Zeiger der Turmuhr etwas anderes anzeigen, ist man in Schönenwerd aber nicht chronisch zu spät, sondern ganz einfach der Zeit voraus.

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Wie man die Callcenter-Dame in den Wahnsinn treibt

Freitagnachmittag, 14:30 Uhr, das Handy klingelt, auf dem Display steht eine unbekannte Nummer.

– Hallo?

– Ja, hallo, sprech ich mit Herrn Marti?

– Ja.

– Ja, Herr Marti, schön, dass ich Sie direkt erreiche …

– Sie haben ja angerufen.

– Und zwar erinnern Sie sich sicher noch an unser Gespräch vor ca. einem Jahr. Sie haben damals gesagt, dass Sie mit Ihrer Krankenkasse ganz zufrieden sind.

– Nein, ich erinnere mich nicht, und ja, ich bin zufrieden.

– Nun, Herr Marti, es ist so, wir möchten Ihnen gerne …

– Wer ist wir?

– Wir sind vom Krankenkassenverband …

– Aha, und Sie haben keinen Namen?

– Mein Name ist Valeria Müller.

– Soso (hätte ich tippen müssen, ich hätte genau auf diesen Namen getippt …).

– Ja, also wie gesagt, wir möchten Ihnen gerne aufzeigen, wie Sie bei Ihren Krankenkassenprämien …

– Nein?

– Wie nein?

– Nein, Sie haben das noch nicht gesagt?

– Was denn?

– Sie sagten: „Wie gesagt …“ und danach etwas, das Sie noch nicht gesagt hatten.

– Ach so. Also wie gesagt …

– Passen Sie auf, was Sie jetzt sagen …

– Nun, wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie bei Ihren Krankenkassenprämien sparen können.

– So was ähnliches sagten Sie schon.

– Ja und zwar mit einer Kollektivversicherung.

– (mit spürbarer „Begeisterung“) toll …

– Wie sind Sie denn jetzt versichert.

– Ich hoffe, ich hab eine Haftpflicht-Versicherung gegen Amokläufe in Callcenters.

– Ich meinte eigentlich ihre Krankenkasse.

– Ach, die übernehmen das?

– Herr Marti, wir möchten Ihnen helfen, Geld zu sparen.

– Schauen Sie grad Tennis?

– Was?

– Was wohl? Wawrinka gegen Tsonga natürlich!

– Tut mir leid. Nein. Ich bin ja am arbeiten.

– Eben. Ich auch.

– (Schweigen … ja, sowas gibts!)

– Hallo?

– Ja, Herr Marti, der Krankenkassenverband hat herausgefunden, dass mit einer Kollektivversicherung (fasel, fasel, fasel …)

– (Schweigen meinerseits)

– Herr Marti? Sind Sie noch da?

– Ja.

– Also wenn in Ihrem Haushalt mehr als eine Person lebt, dann könnten Sie mit einer Kollektivkrankenkasse (fasel, fasel, fasel …)

– Aha.

– Wie viele Personen leben denn nun in Ihrem Haushalt?

– Ja.

– Also zwei?

– Nein.

– Drei?

– Sie dürfen gerne noch ein wenig weiter raten.

Tuut tuut tuut …

Schade eigentlich. Gerade fing es an, Spass zu machen.

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Wenn sogar Boulevard-Journis übertreiben

Heute Abend entdeckte ich diese Schockmeldung im Blick.

Da lief mir nun echt kalter Schauer über den Rücken. So viel Blödsinn innerhalb einer einzigen Meldung unseres liebsten Chäsblatts gabs schon lange nicht mehr.

Liebe Jungs vom Blick.ch

Kommt mal etwas runter!

1. Saure-Gurken-Zeit ist doch vorbei!

2. Es ist Halloween.

3. Was suchen die Jugendlichen unterwegs zum Fussballspiel auf einem verlassenen Badi-Parkplatz?

4. Wie schafft man es, den Clown nicht aufmerksam zu machen, wenn man im einzigen Auto auf einem Parkplatz steht?

5. Hilft es beim Nicht-auf-sich-aufmerksam-machen, wenn man wohl den Kopf oder zumindest ein Smartphone aus dem Fenster streckt, um den sich vor dem Auto befindlichen Clown zu fotografieren?

6. Wenn ein Zirkus in der Nähe wäre, wäre es dann üblich, dass ein Clown in Vollmontur auf einem verlassenen Parkplatz umherirrt?

7. Die Jungs hatten ihren Spass und ihre 10 Minuten Ruhm. Jetzt könnt ihr die Nachricht aber wieder löschen. Ihr zahlt dem Trio jetzt aber nicht noch Kohle für diesen Unsinn, oder?

8. Seid ihr sicher, dass sich die Geschichten in Münchwilen (nicht) zugetragen hat und nicht in Münchhausen?

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Ein paar Gedanken zu Halloween

Man kann sich ernsthaft fragen:

Müssen wir jeden «Brauch» mitmachen, ohne dass er bei uns eine wirkliche Tradition hat?

Müssen wir den ganzen kommerzialisierten Ramsch in den Läden kaufen?

Müssen wir mitmachen, wenn verkitschte Partys gefeiert werden?

Müssen wir diese ganze, sinnlose Geldmacherei unterstützen?

Müssen wir uns in komische Kleider zwängen und in Gruppen damit rumlaufen, nur weil das gerade hip ist?

Müssen wir es wirklich lieben, wenn andere etwas gruselig und abstossend finden?

Müssen wir wirklich jeden Seich mitmachen, der aus irgend einem Land zu uns in die Schweiz «rüberschwappt»?

Nein, müssen wir nicht. Aber wir haben zum Glück das Privileg, es zu dürfen, wenn wir wollen und damit niemandem schaden.

So, und nachdem das nun gesagt ist, trinkt bitte eure letzte Mass aus, räumt diese blau-weiss karierten Dekos weg, hängt die Lederhosen und die Dirndl in den Schrank, schlaft euren Rausch aus und lasst jene, die es mögen, Halloween feiern!

Kleiner Tipp noch: Bei uns gibts Süsses …

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Das Gegenteil von «gut»

Die unscheinbare aber täglich von über 3000 Fahrzeugen befahrene Verbindungsstrasse zwischen Oberentfelden und Schönenwerd hat schon für einigen, auch juristischen Wirbel gesorgt. Darum gehts hier aber nicht. Vielmehr gehts um eine mehr oder weniger unsinnige Anti-Littering-Massnahme.

Wenn schon: «Nicht einmal Säue ...»

Wenn schon: «Nicht einmal Säue …»

Seit ein paar Wochen steht an besagter Strasse, von Schönenwerd her kommend, zu Beginn des Waldstücks eine Tafel: «Säue werfen alles aus dem Auto.» Der Urheber dieser Tafel wollte wohl – nicht ganz grundlos – auf das Littering-Problem in besagtem Gebiet aufmerksam machen. Die Aktion ging aber gleich mehrfach schief. 

1. Die Tafel diente potenziellen Litterern offensichtlich als Zielscheibe. Rundherum «deponierter» Müll zeugt vom Scheitern des an sich nicht unberechtigten aber erfolglosen Anrufs an die Vernunft.

2. Der Text verunglimpft Schweine. Diese werden sich vermutlich nicht darüber aufregen, da sie – nach heutigem Wissensstand – zwar klug, aber dennoch nicht fähig sind, ein solches Schild zu lesen. Einmal abgesehen davon, dass Säue doch eher selten mit dem Auto unterwegs sind, wäre die Aussage «Nicht einmal Säue werfen alles aus dem Auto.» politisch etwas korrekter gewesen, ohne den Sinn des Appells zu entschärfen.

3. Die Tafel ist nun ebenfalls illegal entsorgter Abfall. Seit einigen Tagen liegt das Corpus Delicti – es handelt sich übrigens um ein mit Marker beschriebenes Kunststoff-Serviertablett – neben besagtem Müll am Wegrand. Ob es von einem Litterer mittels eines gezielten Bierdosen-Wurfes zu Fall gebracht wurde oder ob die Tafel ganz einfach dem Wind nicht stand hielt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich meine, der Urheber sollte nun zumindest seinen eigenen Müll gelegentlich aus dem Wald entfernen.

Fazit: Der Tafel-Aufsteller verfolgte mit seiner Aktion sicher ein hehres Ziel. Trotzdem ist sein Ansinnen – man muss es leider konstatieren – kläglich gescheitert. Das Platzieren seines Aufrufes war sicher gut gemeint, aber «gut gemeint» ist leider das Gegenteil von «gut».

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