Wie Ferdi Stüdli die EM entschied

(Mit diesem Beitrag hab ich im Vorfeld der Euro08 – leider erfolglos – an einem Autorenwettbewerb teilgenommen.)

 

Fussballfan Ferdinand Stüdli hatte sich auf die Euro gefreut. Und nun stand er mit seinem Ballon-Verkaufsstand vor dem Stadion. Drinnen lief die Verlängerung des Euro-Finals. Schon vor dem Spiel hatte er gute Geschäfte gemacht. Der runde Ballon mit dem klassischen Lederball-Sujet war ein Renner. Und für nach dem Spiel hatte Ferdi bereits wieder rund ein Dutzend Ballons mit Gas befüllt, als zwei Polizisten nach seinem Gewerbeschein fragten. «Ihr Wagen ist in Ordnung, aber die Ballons müssen weg. Sie beanspruchen rund einen halben Quadratmeter mehr als die bewilligten sechs Quadratmeter.», beschied ihm der ältere der beiden Polizisten mit strengem Ton. «Beamtenpack», knurrte Ferdi, als die Ordnungshüter weg waren. Mit einer Schere durchschnitt er widerwillig die Schnüre der Ballons, die tanzend zum Himmel schwebten.

Im Stadion war die Spannung greifbar. Banquillo Tranetta setzte zum entscheidenden Penalty an, suchte Augenkontakt zum gegnerischen Goalie. Doch dieser fixierte just in dem Moment eine Ansammlung von Bällen, die hinter der Südtribüne emporschwebten. Selbst der Pfiff des Schiris holte ihn nicht zurück, Tranetta schob cool links unten ein und liess sich als Held feiern. Der wahre Held aber verkaufte noch 99 Ballons und ging unerkannt nach Hause.

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