Das Gegenteil von «gut»

Die unscheinbare aber täglich von über 3000 Fahrzeugen befahrene Verbindungsstrasse zwischen Oberentfelden und Schönenwerd hat schon für einigen, auch juristischen Wirbel gesorgt. Darum gehts hier aber nicht. Vielmehr gehts um eine mehr oder weniger unsinnige Anti-Littering-Massnahme.

Wenn schon: «Nicht einmal Säue ...»

Wenn schon: «Nicht einmal Säue …»

Seit ein paar Wochen steht an besagter Strasse, von Schönenwerd her kommend, zu Beginn des Waldstücks eine Tafel: «Säue werfen alles aus dem Auto.» Der Urheber dieser Tafel wollte wohl – nicht ganz grundlos – auf das Littering-Problem in besagtem Gebiet aufmerksam machen. Die Aktion ging aber gleich mehrfach schief. 

1. Die Tafel diente potenziellen Litterern offensichtlich als Zielscheibe. Rundherum «deponierter» Müll zeugt vom Scheitern des an sich nicht unberechtigten aber erfolglosen Anrufs an die Vernunft.

2. Der Text verunglimpft Schweine. Diese werden sich vermutlich nicht darüber aufregen, da sie – nach heutigem Wissensstand – zwar klug, aber dennoch nicht fähig sind, ein solches Schild zu lesen. Einmal abgesehen davon, dass Säue doch eher selten mit dem Auto unterwegs sind, wäre die Aussage «Nicht einmal Säue werfen alles aus dem Auto.» politisch etwas korrekter gewesen, ohne den Sinn des Appells zu entschärfen.

3. Die Tafel ist nun ebenfalls illegal entsorgter Abfall. Seit einigen Tagen liegt das Corpus Delicti – es handelt sich übrigens um ein mit Marker beschriebenes Kunststoff-Serviertablett – neben besagtem Müll am Wegrand. Ob es von einem Litterer mittels eines gezielten Bierdosen-Wurfes zu Fall gebracht wurde oder ob die Tafel ganz einfach dem Wind nicht stand hielt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich meine, der Urheber sollte nun zumindest seinen eigenen Müll gelegentlich aus dem Wald entfernen.

Fazit: Der Tafel-Aufsteller verfolgte mit seiner Aktion sicher ein hehres Ziel. Trotzdem ist sein Ansinnen – man muss es leider konstatieren – kläglich gescheitert. Das Platzieren seines Aufrufes war sicher gut gemeint, aber «gut gemeint» ist leider das Gegenteil von «gut».

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Eine Antwort zu Das Gegenteil von «gut»

  1. Tamar schreibt:

    Bin aus aktuellem Anlass auf deinen Text zum Thema gestossen und habe eine kleine Ergänzung: Aus bestens unterrichteter Quelle weiss ich, dass der Urheber das Serviertablett nich in den Wald geschleppt hat, sondern eines, das dort „entsorgt“ worden war, beschriftet hat.

    Liken

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