Wie man die Callcenter-Dame in den Wahnsinn treibt

Freitagnachmittag, 14:30 Uhr, das Handy klingelt, auf dem Display steht eine unbekannte Nummer.

– Hallo?

– Ja, hallo, sprech ich mit Herrn Marti?

– Ja.

– Ja, Herr Marti, schön, dass ich Sie direkt erreiche …

– Sie haben ja angerufen.

– Und zwar erinnern Sie sich sicher noch an unser Gespräch vor ca. einem Jahr. Sie haben damals gesagt, dass Sie mit Ihrer Krankenkasse ganz zufrieden sind.

– Nein, ich erinnere mich nicht, und ja, ich bin zufrieden.

– Nun, Herr Marti, es ist so, wir möchten Ihnen gerne …

– Wer ist wir?

– Wir sind vom Krankenkassenverband …

– Aha, und Sie haben keinen Namen?

– Mein Name ist Valeria Müller.

– Soso (hätte ich tippen müssen, ich hätte genau auf diesen Namen getippt …).

– Ja, also wie gesagt, wir möchten Ihnen gerne aufzeigen, wie Sie bei Ihren Krankenkassenprämien …

– Nein?

– Wie nein?

– Nein, Sie haben das noch nicht gesagt?

– Was denn?

– Sie sagten: „Wie gesagt …“ und danach etwas, das Sie noch nicht gesagt hatten.

– Ach so. Also wie gesagt …

– Passen Sie auf, was Sie jetzt sagen …

– Nun, wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie bei Ihren Krankenkassenprämien sparen können.

– So was ähnliches sagten Sie schon.

– Ja und zwar mit einer Kollektivversicherung.

– (mit spürbarer „Begeisterung“) toll …

– Wie sind Sie denn jetzt versichert.

– Ich hoffe, ich hab eine Haftpflicht-Versicherung gegen Amokläufe in Callcenters.

– Ich meinte eigentlich ihre Krankenkasse.

– Ach, die übernehmen das?

– Herr Marti, wir möchten Ihnen helfen, Geld zu sparen.

– Schauen Sie grad Tennis?

– Was?

– Was wohl? Wawrinka gegen Tsonga natürlich!

– Tut mir leid. Nein. Ich bin ja am arbeiten.

– Eben. Ich auch.

– (Schweigen … ja, sowas gibts!)

– Hallo?

– Ja, Herr Marti, der Krankenkassenverband hat herausgefunden, dass mit einer Kollektivversicherung (fasel, fasel, fasel …)

– (Schweigen meinerseits)

– Herr Marti? Sind Sie noch da?

– Ja.

– Also wenn in Ihrem Haushalt mehr als eine Person lebt, dann könnten Sie mit einer Kollektivkrankenkasse (fasel, fasel, fasel …)

– Aha.

– Wie viele Personen leben denn nun in Ihrem Haushalt?

– Ja.

– Also zwei?

– Nein.

– Drei?

– Sie dürfen gerne noch ein wenig weiter raten.

Tuut tuut tuut …

Schade eigentlich. Gerade fing es an, Spass zu machen.

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6 Antworten zu Wie man die Callcenter-Dame in den Wahnsinn treibt

  1. Jaeggi Ruth schreibt:

    bedenklich diese Lügengeschichten. Dieser Anrufer weiss sicher nicht wer der Krankenkassenverband ist. Diese lästigen Callcenteranrufe sollten endlich verboten werden .

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    • gnaddrig schreibt:

      Sind die nicht eigentlich schon verboten?

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      • promiroli schreibt:

        Eigentlich ja. Aber das Gesetz ist da sehr grosszügig. In der Regel wird einem gesagt, dass man irgendwo an einer Umfrage oder Wettbewerb mitgemacht oder irgendwas angeklickt habe und damit das Ok zur Kontaktaufnahme gegeben habe. Überprüf das dann mal auf die Schnelle … und eigentlich machts mir ja Spass, diese Callcenter-Heinis zu „belästigen“ und deren Zeit zu stehlen. Einen hab ich mal mehrere Minuten am Stück quasseln lassen und dann gesagt, ich könne mir das so schlecht merken, ob er bitte nochmals von vorne beginnen könne, aber langsam zum Mitschreiben. 😉

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      • gnaddrig schreibt:

        Auch ein Hobby 😀

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  2. gnaddrig schreibt:

    Man kann, statt auszuweichen und die Anrufer ins Leere laufen zu lassen, auch in den Gegenangriff gehen und versuchen, das Gespräch komplett zu übernehmen: Anti-Telemarketing Gegenwehrskript. Ist Teil einer Art Kunstprojekt, das ich heute zufällig entdeckt habe.

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