Schönenwerd schafft Sommerzeit ab!

2016-03-31 18.09.53a

Die Uhr der Schönenwerder Stiftskirche differiert gegenüber der MESZ um 6 Minuten.

Seit der Umstellung der Uhren auf Sommerzeit zeigt die Turmuhr der Schönenwerder Stiftskirche eine – vermeintlich – falsche Uhrzeit an und hinkt der offiziellen MESZ um 6 Minuten hinten nach.

Nein, es handle sich hierbei nicht um eine Fehlfunktion, wie angenommen werden könnte, ist aus dem Gemeindehaus auf Anfrage zu erfahren. Die Uhr der Stiftskirche laufe nach der ab April 2016 im ganzen Dorfgebiet gültigen VBSZ, also der vernunftbasierten Schönenwerder Zeit. Dass die Umstellung bereits am vergangenen Ostersonntag und nicht erst jetzt erfolgt sei, habe rein finanzielle Gründe. So sei der Aufwand halbiert worden.

Abschaffung in Raten

Der VBSZ liege eine Initiative von privater Seite zugrunde, welche verlangte, die Umstellung auf Sommerzeit ganz abzuschaffen, da man auf verschiedensten Ebenen zur Erkenntnis gekommen sei, dass diese ausser zusätzlichem Aufwand nichts bringe. Man habe sich im Gemeinderat schliesslich zu einer Kompromisslösung durchgerungen und wolle nun die Sommerzeit in Raten, also in 12 Schritten à 6 Minuten, eliminieren. So könne sich die Bevölkerung nach und nach an den Unterschied der Schönenwerder Zeit gegenüber der europaweit geltenden MESZ gewöhnen. Ab 2025 werde man dann gänzlich auf die Sommerzeit verzichten.

Europa zieht (noch) nicht nach

Verschiedene Gemeinden aus dem In- und Ausland, die ebenfalls keinen wirklichen Nutzen in der Sommerzeit-Umstellung sehen, haben sich bereits für das Schönenwerder Modell interessiert. Mitgezogen ist jedoch noch keine. So gesehen ist Schönenwerd ab sofort eine Zeitinsel in Europa. Auch wenn die Zeiger der Turmuhr etwas anderes anzeigen, ist man in Schönenwerd aber nicht chronisch zu spät, sondern ganz einfach der Zeit voraus.

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Wie man die Callcenter-Dame in den Wahnsinn treibt

Freitagnachmittag, 14:30 Uhr, das Handy klingelt, auf dem Display steht eine unbekannte Nummer.

– Hallo?

– Ja, hallo, sprech ich mit Herrn Marti?

– Ja.

– Ja, Herr Marti, schön, dass ich Sie direkt erreiche …

– Sie haben ja angerufen.

– Und zwar erinnern Sie sich sicher noch an unser Gespräch vor ca. einem Jahr. Sie haben damals gesagt, dass Sie mit Ihrer Krankenkasse ganz zufrieden sind.

– Nein, ich erinnere mich nicht, und ja, ich bin zufrieden.

– Nun, Herr Marti, es ist so, wir möchten Ihnen gerne …

– Wer ist wir?

– Wir sind vom Krankenkassenverband …

– Aha, und Sie haben keinen Namen?

– Mein Name ist Valeria Müller.

– Soso (hätte ich tippen müssen, ich hätte genau auf diesen Namen getippt …).

– Ja, also wie gesagt, wir möchten Ihnen gerne aufzeigen, wie Sie bei Ihren Krankenkassenprämien …

– Nein?

– Wie nein?

– Nein, Sie haben das noch nicht gesagt?

– Was denn?

– Sie sagten: „Wie gesagt …“ und danach etwas, das Sie noch nicht gesagt hatten.

– Ach so. Also wie gesagt …

– Passen Sie auf, was Sie jetzt sagen …

– Nun, wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie bei Ihren Krankenkassenprämien sparen können.

– So was ähnliches sagten Sie schon.

– Ja und zwar mit einer Kollektivversicherung.

– (mit spürbarer „Begeisterung“) toll …

– Wie sind Sie denn jetzt versichert.

– Ich hoffe, ich hab eine Haftpflicht-Versicherung gegen Amokläufe in Callcenters.

– Ich meinte eigentlich ihre Krankenkasse.

– Ach, die übernehmen das?

– Herr Marti, wir möchten Ihnen helfen, Geld zu sparen.

– Schauen Sie grad Tennis?

– Was?

– Was wohl? Wawrinka gegen Tsonga natürlich!

– Tut mir leid. Nein. Ich bin ja am arbeiten.

– Eben. Ich auch.

– (Schweigen … ja, sowas gibts!)

– Hallo?

– Ja, Herr Marti, der Krankenkassenverband hat herausgefunden, dass mit einer Kollektivversicherung (fasel, fasel, fasel …)

– (Schweigen meinerseits)

– Herr Marti? Sind Sie noch da?

– Ja.

– Also wenn in Ihrem Haushalt mehr als eine Person lebt, dann könnten Sie mit einer Kollektivkrankenkasse (fasel, fasel, fasel …)

– Aha.

– Wie viele Personen leben denn nun in Ihrem Haushalt?

– Ja.

– Also zwei?

– Nein.

– Drei?

– Sie dürfen gerne noch ein wenig weiter raten.

Tuut tuut tuut …

Schade eigentlich. Gerade fing es an, Spass zu machen.

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Wenn sogar Boulevard-Journis übertreiben

Heute Abend entdeckte ich diese Schockmeldung im Blick.

Da lief mir nun echt kalter Schauer über den Rücken. So viel Blödsinn innerhalb einer einzigen Meldung unseres liebsten Chäsblatts gabs schon lange nicht mehr.

Liebe Jungs vom Blick.ch

Kommt mal etwas runter!

1. Saure-Gurken-Zeit ist doch vorbei!

2. Es ist Halloween.

3. Was suchen die Jugendlichen unterwegs zum Fussballspiel auf einem verlassenen Badi-Parkplatz?

4. Wie schafft man es, den Clown nicht aufmerksam zu machen, wenn man im einzigen Auto auf einem Parkplatz steht?

5. Hilft es beim Nicht-auf-sich-aufmerksam-machen, wenn man wohl den Kopf oder zumindest ein Smartphone aus dem Fenster streckt, um den sich vor dem Auto befindlichen Clown zu fotografieren?

6. Wenn ein Zirkus in der Nähe wäre, wäre es dann üblich, dass ein Clown in Vollmontur auf einem verlassenen Parkplatz umherirrt?

7. Die Jungs hatten ihren Spass und ihre 10 Minuten Ruhm. Jetzt könnt ihr die Nachricht aber wieder löschen. Ihr zahlt dem Trio jetzt aber nicht noch Kohle für diesen Unsinn, oder?

8. Seid ihr sicher, dass sich die Geschichten in Münchwilen (nicht) zugetragen hat und nicht in Münchhausen?

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Ein paar Gedanken zu Halloween

Man kann sich ernsthaft fragen:

Müssen wir jeden «Brauch» mitmachen, ohne dass er bei uns eine wirkliche Tradition hat?

Müssen wir den ganzen kommerzialisierten Ramsch in den Läden kaufen?

Müssen wir mitmachen, wenn verkitschte Partys gefeiert werden?

Müssen wir diese ganze, sinnlose Geldmacherei unterstützen?

Müssen wir uns in komische Kleider zwängen und in Gruppen damit rumlaufen, nur weil das gerade hip ist?

Müssen wir es wirklich lieben, wenn andere etwas gruselig und abstossend finden?

Müssen wir wirklich jeden Seich mitmachen, der aus irgend einem Land zu uns in die Schweiz «rüberschwappt»?

Nein, müssen wir nicht. Aber wir haben zum Glück das Privileg, es zu dürfen, wenn wir wollen und damit niemandem schaden.

So, und nachdem das nun gesagt ist, trinkt bitte eure letzte Mass aus, räumt diese blau-weiss karierten Dekos weg, hängt die Lederhosen und die Dirndl in den Schrank, schlaft euren Rausch aus und lasst jene, die es mögen, Halloween feiern!

Kleiner Tipp noch: Bei uns gibts Süsses …

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Das Gegenteil von «gut»

Die unscheinbare aber täglich von über 3000 Fahrzeugen befahrene Verbindungsstrasse zwischen Oberentfelden und Schönenwerd hat schon für einigen, auch juristischen Wirbel gesorgt. Darum gehts hier aber nicht. Vielmehr gehts um eine mehr oder weniger unsinnige Anti-Littering-Massnahme.

Wenn schon: «Nicht einmal Säue ...»

Wenn schon: «Nicht einmal Säue …»

Seit ein paar Wochen steht an besagter Strasse, von Schönenwerd her kommend, zu Beginn des Waldstücks eine Tafel: «Säue werfen alles aus dem Auto.» Der Urheber dieser Tafel wollte wohl – nicht ganz grundlos – auf das Littering-Problem in besagtem Gebiet aufmerksam machen. Die Aktion ging aber gleich mehrfach schief. 

1. Die Tafel diente potenziellen Litterern offensichtlich als Zielscheibe. Rundherum «deponierter» Müll zeugt vom Scheitern des an sich nicht unberechtigten aber erfolglosen Anrufs an die Vernunft.

2. Der Text verunglimpft Schweine. Diese werden sich vermutlich nicht darüber aufregen, da sie – nach heutigem Wissensstand – zwar klug, aber dennoch nicht fähig sind, ein solches Schild zu lesen. Einmal abgesehen davon, dass Säue doch eher selten mit dem Auto unterwegs sind, wäre die Aussage «Nicht einmal Säue werfen alles aus dem Auto.» politisch etwas korrekter gewesen, ohne den Sinn des Appells zu entschärfen.

3. Die Tafel ist nun ebenfalls illegal entsorgter Abfall. Seit einigen Tagen liegt das Corpus Delicti – es handelt sich übrigens um ein mit Marker beschriebenes Kunststoff-Serviertablett – neben besagtem Müll am Wegrand. Ob es von einem Litterer mittels eines gezielten Bierdosen-Wurfes zu Fall gebracht wurde oder ob die Tafel ganz einfach dem Wind nicht stand hielt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich meine, der Urheber sollte nun zumindest seinen eigenen Müll gelegentlich aus dem Wald entfernen.

Fazit: Der Tafel-Aufsteller verfolgte mit seiner Aktion sicher ein hehres Ziel. Trotzdem ist sein Ansinnen – man muss es leider konstatieren – kläglich gescheitert. Das Platzieren seines Aufrufes war sicher gut gemeint, aber «gut gemeint» ist leider das Gegenteil von «gut».

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Swisslotto-Skandal: Rekordjackpot-Ziehung muss wiederholt werden

Über 43 Millionen Schweizer Franken lagen am 20. August 2014 im prallvollen Jackpot des Schweizer Zahlenlotto. Für Hellseher H.L. aus E. war es ein Kinderspiel, die richtigen Gewinnzahlen vorauszusehen. Aber dieses Mal lag er mit seinem Tipp komplett falsch. Er ist deshalb überzeugt: Die Ziehung wurde manipuliert.

H.L. sitzt in seinem Büro in E. und streckt mir seinen Lottoschein entgegen. «Ich bin stinksauer!», sagt der 52-Jährige. «Nicht, weil mir der Rekord-Jackpot durch die Lappen gegangen wäre, ich hätte das Geld ja sowieso verschenkt.» Der Grund, für seinen Ärger ist ein anderer. Er ist überzeugt, dass bei dieser Ziehung nicht alles mit rechten Dingen vor sich ging.

«Sehen Sie!» sagt L., indem er mir eine Liste entgegenstreckt. «Das sind die Gewinnzahlen der letzten 4 1/2 Jahre. Ich habe diese jeweils rund einen Tag vor der Ziehung notiert. Und ich bin jedes Mal richtig gelegen. Ausser am 8. Januar 2011, da habe ich mich bei einer Zahl vertan. Aber damals hatte ich Grippe.» Die Liste ist in der Tat beeindruckend. Und tatsächlich hätte L. mit seinen Tipps in den letzten Jahren ein Vermögen erspielt. Hätte. Denn einen Lottoschein abgegeben hat er nie. «Ich wollte mich ja nicht bereichern. Es ging mir nur darum, meine Fähigkeiten zu trainieren. Und allein der Gedanke, dass ich es könnte, wenn ich wollte, hat mir Spass gemacht.»

Meine Zahlen waren richtig, nur zog man die falschen

Erst einmal in seinem Leben hat er mit seiner Einstellung gebrochen und doch einen Lottoschein eingereicht. «Ja, es war gestern Mittag. Die Kioskfrauen taten mir leid. Seit Wochen werden sie von nervigen Gelegenheitsspielern belagert, die erst jetzt, da ein grosser Jackpot winkt, auch mal ein paar Franken riskieren. Ich wollte dieser Rekordjagd ein Ende setzen und hab deshalb meine Tipps abgegeben. Ja, Tipps. Zwei an der Zahl. Ich musste den Mindesteinsatz spielen, obwohl mein erster, korrekter Tipp ja durchaus genügt hätte. 6, 7, 12, 33, 36, 37 und die Glückszahl 2. Das waren die korrekten Zahlen, die ich mit meinem System ermittelt hatte.» Seine Zahlen waren also richtig, nur hat dann die Lottogesellschaft die falschen Zahlen gezogen.

«Ich vermute, dass es denen sehr gelegen kommt, wenn die Rekordjagd noch etwas weiter geht. Mehr Publicity als in diesen Tagen erhält die Gesellschaft ja nie.Dennoch hätte ich nie gedacht, dass die zu solch unfairen Mitteln greifen.» H.L. ist enttäuscht. Auch, weil er den Betrag von 25 Millionen Franken bereits einem Kinderheim in Guatemala versprochen hat. Den Rest hätte er der Kioskfrauen-Gewerkschaft gespendet. «Ich gebe so schnell nicht auf», gibt er sich kämpferisch und fordert klar: «Die Ziehung muss wiederholt werden.»

Swisslotto hat sich noch nicht zu den Manipulationsvorwürfen geäussert.

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Die WM ist vorbei

Einen Monat lang waren wir im Fussball-WM-Delirium, genossen die geregelten Tagesabläufe mit TV-Übertragungen bis tief in die Nacht und mit dem täglichen Ausfüllen unzähliger Tippspiele auf sämtlichen Social-Media-Plattformen.

Und nun ists vorbei. Deutschland ist (verdienter) Weltmeister. Und morgen werden wir uns verwundert die Augen reiben, feststellen, dass sich die Gewaltspirale im Nahen Osten in der Zwischenzeit so schnell dreht, dass sie schon fast zu glühen beginnt. Die Brasilianer lassen wir auf ihren Schulden, die sie ja vor der WM schon hatten, sitzen lassen, und die Fifa wird – einmal mehr – wie blöd Kohle abgeschöpft haben.

Was bleibt also? Nun, man kann nicht sagen, dass die WM nicht nachhaltig war. Das ENSI fand einen günstigen Zeitpunkt, um brandgefährliche Bohrlöcher in der Hülle des AKW Leibstadt quasi ohne grosses Aufsehen zu entdecken. Die Finma verschärfte die Richtlinien für die Kreditvergabe an angehende Häuslebauer und entwertete mit diesem Geniestreich den Verkaufswert so ziemlich sämtlicher Wohnbauten – ganz ohne Opposition. Und der Bundesrat nutzte die Gunst der Stunde, um dem „einfachen Fussvolk“ den Bezug von PK-Geld zu erschweren und ihm damit gleichzeitig die Schuld für die Finanzkrise in die Schuhe zu schieben, ohne dass sich jemand darüber aufgeregt hätte.

Gut, dass die WM vorbei ist, bevor noch mehr Unheil angerichtet wird.

 

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